3.2.1 Verhaltensorientiertes Sender-Empfänger-Verständnis von Kommunikationsprozessen

Wie bereits erwähnt, lassen sich eine Vielzahl unterschiedlichster Definitionen zum Begriff Kommunikation erfassen. Dennoch ist Kommunikation immer dadurch gekennzeichnet, dass sie die drei Elemente “Kommunikator – Stimulus – Rezipient“ beinhaltet.[13] Es ist dabei unerheblich, ob es sich um einen wechselseitigen Austausch handelt. Entscheidend ist das Vorhandensein eines Empfängers. Kommunikation lässt sich somit als einen Austausch- oder Übermittlungsprozess zwischen Personen charakterisieren.[14] Als Grundformen der Kommunikation liegt es nahe, sprachliche und nicht-sprachliche, aber auch gerade unter Berücksichtigung neuerer technischer Entwicklungen direkte und indirekte Formen der Kommunikation zu unterscheiden. Die Sprache wird durch nonverbale Ausdrücke ergänzt oder gar ersetzt. Als nonverbale Ausdrücke gelten jede Art von Mimik, Blickverhalten, Platzierung im Raum und Gestik. Die Bedeutung der nonverbalen Ebene kristallisiert sich vor allem auf interkultureller Ebene heraus, die im Verlauf der Arbeit noch einer genaueren Betrachtung unterzogen wird. Durch die Schrift ist es möglich, „die Grenzen des Systems der unmittelbaren Anwesenheit und der face-to-face Kommunikation zu transzendieren“[15]. Auf der indirekten Ebene wirken im Rahmen der nonverbalen Ebene generalisierte Symbole. Im Zuge eines grundlegenden Verständnisses der Kommunikation als einem Zusammenhang von “Kommunikator – Stimulus – Rezipient“ kann Kommunikation als Prozess verstanden werden, bei dem Informationen durch ein Mitglied eines Unternehmens an andere Mitglieder des Unternehmens weitergegeben werden.[16] Das dargestellte Kommunikationsmodell verdeutlicht den komplizierten Verschlüsselungs-/Entschlüsselungsprozess zwischen Sender und Empfänger.

Abbildung 1: Verhaltensorientierte Kommunikationsprozesse Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Blom, Herman; Meier, Harald: Interkulturelles Management: Interkulturelle Kommunikation, Internationales Personalmanagement, Diversity-Ansätze im Unternehmen, 2. Aufl., Neue Wirtschaftsbriefe, Herne/Berlin 2004, S. 73.

Der Sender ist die Quelle der Kommunikation und stößt die Kommunikation an. Die zu vermittelnde Information wird verschlüsselt durch verbale oder nonverbale Codierungen, die in Abhängigkeit vom Kontext der Situation im soziokulturellen System des Senders stehen. Die Botschaft ist das physische Produkt, in der sich die Verschlüsselung niederschlägt. In Abhängigkeit der Art der Botschaft wird ein Kommunikationskanal als Medium zur Übermittlung der Information gewählt. Die Verwendung unterschiedlicher Kommunikationskanäle kann ebenfalls in kultureller Abhängigkeit stehen. Dies bedeutet, dass die Kommunikationskanäle in unterschiedlichen Kulturen unterschiedliche Wertschätzung genießen und kulturelle Unterschiede innerhalb eines Kommunikationsmanagement bzgl. der Wahl der Instrumente berücksichtigt werden müssen. Die Entschlüsselung der Botschaft erfolgt durch den Empfänger und unterliegt einer ähnlichen Komplexität wie die Verschlüsselung der Botschaft. Kulturkreis, Stereotypen, Erwartungen, Einstellungen und Vorstellungen beeinflussen die Entschlüsselung. Durch das Feedback des Empfängers wird der Kommunikationskreis des vereinfachten Kommunikationsmodells geschlossen. Das Feedback ermöglicht es dem Sender zu analysieren, ob die Vermittlung der Botschaft gelungen ist und erfolgreich war.

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[13] Vgl. Merten, Klaus: Kommunikation: Eine Begriffs- und Prozessanalyse, Westdt. Verlag, Opladen 1977, S. 27.
[14] Vgl. Oelert, Jochen: Internes Kommunikationsmanagement. Rahmenfaktoren, Gestaltungsansätze und Aufgabenfelder, Deutscher Universitätsverlag, Wiesbaden 2003, S. 28.
[15] Luhmann, Niklas: Soziologische Aufklärung 3: Soziales System, Gesellschaft, Organisation, 2. Aufl., Westdt. Verlag, Opladen 1996, S. 28.
[16] Vgl. Oelert, Jochen: Internes Kommunikationsmanagement. Rahmenfaktoren, Gestaltungsansätze und Aufgabenfelder, Deutscher Universitätsverlag, Wiesbaden 2003, S. 30.