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2 Systemtheoretischer Bezugsrahmen
Bei der Systemtheorie handelt es sich um ein interdisziplinäres Erkenntnismodell, in dem zur Beschreibung und Erklärung komplexer Phänomene Systeme herangezogen werden. „Von Systemen im Allgemeinen kann man sprechen, wenn man Merkmale vor Augen hat, deren Entfallen den Charakter eines Gegenstandes als System in Frage stellen würde.“[3] Es gilt einzelne Bereiche zu identifizieren, die es ermöglichen, die systembezogene Komplexität trotz der begrenzten kollektiven und individuellen Aufnahmekapazität zu erfassen und zu verarbeiten.[4] Dies ermöglicht eine Identifizierung intra- und intersystembezogener Interaktionsströme von Systemen im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtungsweise sowie das Aufzeigen der komplexen Vernetzung untereinander. Als Ausgangspunkt der Systemtheorie kann das System und das Systemverhalten verstanden werden. Gestalt nahm die Systemtheorie bereits in den 30er Jahren durch die Konzeption von Bertalanffy an und basiert auf einer Verallgemeinerung der organischen Systemkonzeption.[5] Aus dieser Verallgemeinerung lässt sich folgern, dass Lebewesen und Organisationen nach den selben Prinzipien funktionieren. Zur Verdeutlichung trägt folgende Aussage bei: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“[6] So ist ein lebender Organismus mehr als die Summe seiner Organe. Als gemeinsames System sind diese Organe zu einem Ganzen mit höheren Funktionen zusammengeschlossen und arbeiten im Sinne eines Erhalts und einer Entwicklung des Systems. Die Systemtheorie bildet auch den theoretischen Bezugsrahmen für die Analogiebildung verschiedener Systeme. So kann auch ein Vergleich von lebendigen Systemen und Unternehmen als Organismus hergestellt werden. Mitarbeiter können mit Zellen, Kommunikationssysteme mit dem Nervensystem und die Unternehmenszentrale mit dem Gehirn verglichen werden.[7] Ein Vergleich der Kommunikationsinfrastruktur mit dem Blut-Kreislaufsystem des Menschen wäre aber angebrachter, da diese den Fluss der Informationen ermöglicht, wie die Blutbahnen des Menschen den Fluss des Blutes ermöglichen. Fuchs (1995) betrachtet die Natur als Lehrmeister für die Unternehmung zur Steuerung von Komplexität, Dynamik und Wandel.[8] Als Grundlage für diese biologisch motivierte Sichtweise kann die Evolutionstheorie von Darwin verwendet werden. Der selektive Faktor gemäß der Evolutionstheorie ist die Überlebens- und Entwicklungsfähigkeit. Prinzipien biologischer Systeme im Rahmen der Evolutionstheorie können auch für Unternehmen von großem Interesse sein, da sie in hohem Maße selbstorganisierende Systeme darstellen, deren Koordinationsprinzipien durch sie selbst geprägt werden. Unternehmen verkörpern lebendige, komplexitätsbewusste Systeme, die sich mittels selbstorganisatorischer, selbstregulierender, autopoietischer und sich synergetischer Effekte bewusster Lernprozesse zu höheren Systemformen entwickeln.[9] Integratives Kommunikationsmanagement mit seiner Organisation und Kommunikationsinfrastruktur kann als System betrachtet werden, wobei anzumerken ist, dass das System Teil eines Supersystems und Teile des Systems als Subsystem verstanden werden können, auf die jeweils der Begriff und die Betrachtungsweise des Systems zutrifft. Integratives Kommunikationsmanagement kann auf Ebene eines multinationalen Unternehmens als Subsystem betrachtet werden. Wird allerdings der Fokus auf die Kommunikationsbeziehungen gelegt, kann auch eine Interpretation als System als legitim aufgefasst werden. Eine systemtheoretische Perspektive ermöglicht eine umfassende Betrachtungsweise, da ihr auf Grund ihrer Anwendbarkeit auf verschiedene Bereiche ein hoher analytischer Eignungsgrad zugesprochen werden kann. ****************************** Ferienhaus Cuxhaven | Shopping | Backgammon | Fussball EM | Handy | Fernseher | Diät | Klimawandel | Kostenloses Gästebuch | Gästzimmer in Einbeck | Vorsorge | Linkpartner Katalog | Kredite vergleichen | Private Krankenversicherung [3] Luhmann, Niklas: Soziale Systeme. Grundriss einer allgemeinen Theorie, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987, S. 5.
[4] Vgl. Willke, Helmut: Systemtheorie: Eine Einführung in die Grundprobleme der Theorie sozialer Systeme, 2. Aufl., Stuttgart/Jena 1993, S. 7. [5] Vgl. Bertalanffy, Ludwig von: Zu einer allgemeinen Systemtheorie, in: Grochla, E. (Hrsg.): Organisationstheorie, Poeschel, Stuttgart 1976, S. 542 ff. [6] Schiemenz, Bernd: Komplexitätsbewältigung durch Systemansatz und Kybernetik, in: Czap, Hans (Hrsg.): Unternehmensstrategie im sozio-ökonomischen Wandel, Duncker & Humblot, Berlin 1990, S. 364. [7] Vgl. Fuchs, J.: Biokybernetik: Vom Taylorismus zum Organismus, in: Corsten, H./Reiß, M. (Hrsg.): Handbuch der Unternehmensführung: Konzepte - Instrumente - Schnittstellen, Gabler, Wiesbaden 1995, S. 208 ff. [8] Vgl. Fuchs, J.: Biokybernetik: Vom Taylorismus zum Organismus, in: Corsten, H./Reiß, M. (Hrsg.): Handbuch der Unternehmensführung: Konzepte - Instrumente - Schnittstellen, Gabler, Wiesbaden, 1995, S. 208 ff. [9] Vgl. Spreider, Marco: Integratives Kommunikationsmanagement in Projekten, Rainer Hampp, Mering 2004, S. 19. |