4.2 Begriffsbestimmung

Interne Kommunikation wird in der Literatur gerne auch als “innerbetriebliche Kommunikation“, “unternehmensinterne Kommunikation“, “Informationspolitik“ oder “Mitarbeiterkommunikation“ bezeichnet.[45] Von der Wertigkeit enthalten derartige Beschreibungen nur bedingt Schnittmengen. Die in der Literatur verwendeten Bezeichnungen unterscheiden sich vor allem bzgl. des Flusses der Kommunikation. Bezeichnungen wie Mitarbeiterkommunikation oder auch Informationspolitik bezeichnen den Fluss der Kommunikation von oben nach unten, so genannter Top-down-Kommunikation, also vom Management zum Mitarbeiter. Interne Kommunikation und auch Mitarbeiterkommunikation werden in der Literatur oft synonym verwendet.[46] Nach Bruhn (2002) werden „unter Interner Kommunikation [...] alle Maßnahmen des Managements gefasst, die der Kommunikation mit den Mitarbeitern dienen.“[47] Auch Dahlhoff (2006) versteht interne Kommunikation als Mitarbeiterkommunikation, die durch eine systematische Anwendung der Instrumente, Systeme und Prozesse der Unternehmenskommunikation durchgeführt wird.[48] Die Definition von Bruhn (2002) lässt auch Spielraum für eine wechselseitige Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Management, schließt diese aber nicht implizit mit ein. So kann es sich bei Mitarbeiterkommunikation auch um einen nur einseitigen Kommunikationsvorgang handeln. Wechselseitige Kommunikation ermöglicht und gewährleistet aber nur eine erweiterte Definition, die auch den Bottom-up-Verkehr der Kommunikation berücksichtigt. Zowislo/Schwab (2003) fordern eine Abwendung von Managementtheorien, die den Mitarbeiter als reines ausführendes Organ bestimmen.[49] Im Umkehrschluss bedeutet dies eine Auffassung des Begriffes der internen Kommunikation, der diese nicht als einseitigen, sondern als einen wechselseitigen Prozess auch unter Berücksichtigung eines verhaltensorientierten Sender-Empfänger- Verständnisses betrachtet. Bruhn (2005) nimmt daher eine Unterscheidung zwischen enger und weiter Auffassung vor.[50] Die enge Auffassung der internen Unternehmenskommunikation bezieht sich lediglich auf die Mitarbeiterkommunikation und trägt einem traditionellen und mechanistischen Bild der Mitarbeiter Rechnung. Die Kommunikation erfolgt hier richtungsgebunden Top-down als Information oder Weisung. Eine weite Interpretation des Begriffes der internen Kommunikation „[...] umfasst alle Aktivitäten der Botschaftsübermittlung zwischen aktuellen oder ehemaligen Mitgliedern einer Organisation auf unterschiedlichen hierarchischen Ebenen[...]“[51]. Diese Auffassung entspricht einem gewandelten Menschen- und Unternehmensbild und trägt den Bestrebungen eines Human-Ressource- Managements Rechnung. Zur Berücksichtigung einer wechselseitigen Kommunikation finden somit nicht nur einseitige Instrumente, sondern auch dialogorientierte Instrumente Eingang, die neben der Top-down-Kommunikation auch die Bottom-up- und die seitwärts gerichtete Kommunikation ermöglichen.

Für die Problemstellung dieser Arbeit erscheint es sinnvoll, interne Kommunikation einer differenzierten Betrachtung zu unterziehen und eine Unterscheidung zwischen enger und weiter Interpretation vorzunehmen. Eine alleinige Betrachtung der internen Kommunikation als reine Mitarbeiterkommunikation im engen Sinne wäre inak­zeptabel, da dies einer dialogorientierten Kommunikation widerspräche und mit einem Human-Ressource-Management nicht zu vereinbaren wäre. Es ist daher vor allem Anspruch eines zu entwickelnden Ansatzes, die Mitarbeiterkommunikation auch im weiten Sinne zu ermöglichen.

**************
Empfehlungen: Seychellen Wirtschaft | Kontaktanzeigen
**************
[45] Vgl. Oelert, Jochen: Internes Kommunikationsmanagement. Rahmenfaktoren, Gestaltungsansätze und Aufgabenfelder, Deutscher Universitätsverlag, Wiesbaden 2003, S.17. Vgl. hierzu auch Bruhn, Manfred: Kommunikationspolitik, 2. Aufl., Vahlen, München 2002, S. 275 f.
[46] Vgl. Oelert, Jochen: Internes Kommunikationsmanagement. Rahmenfaktoren, Gestaltungsansätze und Aufgabenfelder, Deutscher Universitätsverlag, Wiesbaden 2003, S.17 f.
[47] Vgl. Bruhn, Manfred: Kommunikationspolitik, 2. Aufl., Vahlen, München 2002, S. 275.
[48] Vgl. Dahlhoff, H.-Dieter: Unternehmenskommunikation, in: Zeitschrift Führung + Organisation, 74. Jg., Heft 1, 2006, S. 46-50.
[49] Vgl. Zowislo, Natascha; Schwab, Heike: Interne Kommunikation im Veränderungsprozess, Gabler, Wiesbaden 2003, S. 27.
[50] Bruhn nahm im Jahre 2002 in seinem Werk Kommunikationspolitik keine Unterteilung von enger und weiter Auffassung vor. Er setzte hier Mitarbeiterkommunikation mit interner Kommunikation gleich. Im Handbuch für ein integriertes Kommunikationsmanagement wurde eine entsprechende Diffe­renzierung vorgenommen. Vgl. hierzu Bruhn, Manfred: Unternehmens- und Marketingkommunikation: Handbuch für ein integriertes Kommunikationsmanagement, Vahlen, München, 2005, S.1203.
[51] Bruhn, Manfred: Unternehmens- und Marketingkommunikation: Handbuch für ein integriertes Kom­munikationsmanagement Bruhn, Vahlen, München 2005, S. 1204.